Fred Guntermann

Klarinette, Fachbereichsleiter Holzbläser

 

 

 

Erste klarinettistische Erfahrungen sammelte ich in den Blasorchestern meines Heimatortes, wirklich regelmäßig geübt habe ich jedoch erst, nachdem ich zum ersten Mal das Klarinettensolo aus dem „Quator pour la Fin du Temps“ von Olivier Messiaen in einer kleinen Dorfkirche gehört hatte. Noch heute erinnere ich mich sehr genau der sehr persönlichen, fast intimen Atmosphäre dieses Konzertes – vielleicht ist dies ein Grund dafür, warum mir diese kleinen, bescheidenen Konzerte auch heute noch die liebsten sind?

Dann „ging plötzlich alles sehr schnell“: noch in der Gymnasialzeit die Gründung der ersten eigenen Jazz Band. Erste Kompositions-versuche. Schließlich ein klassisches Musikstudium an der Musikhochschule Detmold in den Hauptfächern Klarinette – bei Prof. Fritz Hauser und Prof. Hans Dietrich Klaus – und Tonsatz – bei Prof. Jürgen Ullrich.

Nach der SMP folgten reichhaltige Jahre in unzähligen musikalischen Formationen mit vielen wunderbaren Begegnungen, Konzerten, Workshops, Meisterkursen. Earle Brown, Murray Schafer, Vinko Globokar und Steve Lacy sind nur einige der vielen Musiker, von denen ich nach Abschluss meines Studiums lernen durfte und die mir in dankbarer Erinnerung geblieben sind.

Dann ein Jahr ohne Klarinette in Südostasien, China, Japan: äußere Grenzen – innere Grenzen. Rückkehr. Musik „zwischen den Stühlen“, Kammermusik, Klangkunst, Texte.

Familie – mehr als nur ein Wort.

Schließlich ein weiteres Studium: Musiktherapie (Master of Arts), Heilpraktiker für Psychotherapie (HPG). Eigene musiktherapeutische Praxis.

Und immer auch: unterrichten,
eigene Erfahrungen weitergeben, von den Lebenserfahrungen der Schüler – und seien sie noch so jung – lernen.
In dem was (jetzt) ist beginnen. Wege öffnen. Gemeinsam Horizonte ansteuern.

Seit 1995 unterrichte ich in diesem Sinne an der Musikschule Bad Nauheim die Fächer Klarinette und Kammermusik. Seit 2003 leite ich den Fachbereich Holzbläser. Ganz besonders schätze ich hier die gute und enge Zusammenarbeit mit meinen Teamkollegen ohne deren engagierte Mitarbeit die inzwischen überregional bekannte Ensemblearbeit des Fachbereichs nicht einmal denkbar wäre.